Verkehrssicherung: Schulungsverpflichtung nach MVAS 99
mit Ausblick auf die Neufassung der RSA / ZTV-SA und auf das künftige MVAS

von Dr. Rolf Gehlen, Verlagsleiter MORAVIA Verlag Wiesbaden

 

4 MVAS 99

Abermals zwei Jahre nach den ZTV-SA hat der BMV das MVAS 99 eingeführt. Dieses Merkblatt hat im wesentlichen zeitlich gestaffelte Lehrpläne für verschiedene Schulungsgruppen zum Inhalt. Für die Ausführung von Sicherungsarbeiten im Straßenraum ist es ohne Bedeutung. Sein Inhalt bzw. seine Umsetzung betrifft vor allem die Schulungsanbieter. Sie sind - wenn auch nicht explizit genannt - der eigentliche Adressat des MVAS. Für den von einer Schulungsmaßnahme betroffenen Verantwortlichen hingegen stellt sich vorrangig Frage, durch wen er MVAS-konform geschult werden kann.

Gegenüber dem Einführungserlass zu den ZTV-SA mit der hier erstmals ausgesprochenen Verpflichtung zur Qualifikation hat der BMV im Rundschreiben Straßenbau vom 16.10.2000 die Schulungsanforderungen deutlich verschärft:

Erfahrungen aufgrund ausgeführter Verkehrssicherungsmaßnahmen werden als Nachweis nicht mehr anerkannt, sondern der Qualifikationsnachweis kann - verbindlich seit dem 1.1.2001 - nur noch durch den Besuch von Schulungsveranstaltungen geführt werden. Die auftraggebenden Stellen im Bereich der Straßenbauverwaltung des Bundes und der Länder sind überdies gehalten, ab diesem Zeitpunkt beim Aufstellen der Verdingungsunterlagen folgende Regelung aufzunehmen:

"Die Qualifikation des zu benennenden Verantwortlichen für die Sicherungsarbeiten an Arbeitsstellen an Straßen gemäß dem ‘Merkblatt über Rahmenbedingungen für erforderliche Fachkenntnisse zur Verkehrssicherung von Arbeitsstellen an Straßen (MVAS 1999)’ ist bei Angebotsabgabe nachzuweisen. Der Auftraggeber behält sich vor, bei Fehlen eines solchen Nachweises das Angebot von der Wertung auszuschließen."

Präzisiert wurde auch die Schulungsdauer des Verantwortlichen im Zusammenhang mit seinem Tätigkeitsfeld: "Daher halte ich ein eintägiges Seminar für den Verantwortlichen nach den bisherigen Erfahrungen nur in den im MVAS genannten Fällen für ausreichend, wenn sich also dessen Tätigkeitsfeld auf kurzfristige Arbeitsstellen oder auf Arbeitsstellen von längerer Dauer entweder auf innerörtliche / Landstraßen oder auf Autobahnen beschränkt. Eine umfassende, alle Arten von Arbeitsstellen einschließende Schulung für den Bereich aller Straßen soll daher gemäß MVAS mehr als einen Tag in Anspruch nehmen, um den Lernstoff in ausreichender Fülle vermitteln zu können".

Mit anderen Worten: Für den Bereich innerörtlicher Straßen und Landstraßen kann der Auftraggeber den Nachweis einer 1-tägigen Schulung des Verantwortlichen (Schulungsgruppe "E" nach MVAS) verlangen, für alle Arten von Straßen - also inklusive Autobahnen - den Nachweis einer 2-tägigen Schulung. Da das MVAS in seiner derzeit gültigen Fassung keine Schulung an zwei aufeinander folgenden Tagen zwingend vorsieht, ist es außerdem möglich, zunächst den Teil "Innerorts/Landstraßen" zu absolvieren und zu einem späteren Zeitpunkt den "Autobahnteil". Hinsichtlich der im MVAS angesprochenen Schulungsgruppen A-D handelt es sich lediglich um Empfehlungen. Noch einmal der BMV:

"Im Hinblick auf die Zielsetzungen des MVAS würde ich es daher begrüßen, wenn auch die anderen im MVAS angesprochenen Beteiligten in Unternehmen und in den Behörden entsprechende Schulungsangebote annehmen würden, auch wenn für diese Qualifikationsnachweise nicht vorgeschrieben sind"

 

weiter... zurück