Verkehrssicherung: Schulungsverpflichtung nach MVAS 99
mit Ausblick auf die Neufassung der RSA / ZTV-SA und auf das künftige MVAS

von Dr. Rolf Gehlen, Verlagsleiter MORAVIA Verlag Wiesbaden


 

7 Neues MVAS


Seit geraumer Zeit liegt ein Entwurf des MVAS 2008, der wohl noch mehrfach überarbeitet wurde. Wann die letzte Fassung amtlich werden soll, ist nicht bekannt. Inzwischen muss man davon ausgehen, dass auch hier eine zeitnahe Veröffentlichung eher unwahrscheinlich ist.

Gegenüber dem Entwurf von 2005 wurde der Lehrplan wieder deutlich "verschult". Wesentlichste Änderung ist die Einführung einer 1-tägigen Grundschulung für Arbeitsstellen von "geringem Umfang", die es gemäß RSA gar nicht gibt und die offensichtlich nur dazu beitragen soll, die Schulungsdauer zu erhöhen. Diese Schulung soll dann die Voraussetzung für die Teilnahme an einem Aufbauseminar sein, wiederum 1-tägig. Kurz: wofür heute eine 1-tägige Schulung erforderlich ist, werden künftig 2 Tage verlangt, wo heute 2 Tage erforderlich sind wie bei BAB, werden es künftig 3 Tage sein. Nicht einmal gesetzlich vorgeschriebene und bußgeldbewehrte Schulungen - etwa die beauftragter Personen im Gefahrgutrecht - gehen in ihren Anforderungen so weit wie dieses seiner Bedeutung nach vergleichsweise bescheidene Merkblatt.

Der für die Grundschulung ausgestellte Schulungsnachweis wird zudem wertlos sein, denn Arbeiten von geringem Umfang, die in aller Regel nur wenige Stunden dauern und bei denen nicht einmal ein Verkehrszeichenplan vorgelegt werden muss - im Jargon der RSA "der äußerste Bagatellfall" - werden gar nicht erst ausgeschrieben. Entfallen wird immerhin die in der bisherigen Praxis ohnehin nicht bedeutsame Differenzierung nach Schulungsgruppen.

Allgemein lässt sich feststellen, dass die geplante Form der Schulung, sollte sie tatsächlich so durchgesetzt werden, einen bürokratischen Mehraufwand bedeutet. Darüber hinaus wird es - zumindest für alle die Teilnehmer, die erstmals eine Schulung durchlaufen - zeitaufwendiger und damit auch teurer werden, dieselbe Qualifikation zu erreichen, wie sie derzeit noch gemäß MVAS 99 möglich ist. Die Qualifikation für BAB muss dann noch einmal gesondert nachgewiesen werden. Der jetzt vorliegende Entwurf geht damit gänzlich an den Belangen der Unternehmen wie auch der öffentlichen Verwaltung vorbei  - insbesondere vor dem Hintergrund leerer Kassen und auch weiterhin eher schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Auf die weitere Entwicklung sind wir gespannt.

 

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